Geistliche Begleitung

"Als lebende Gottesmetaphern zogen sich die frühen Mönche in das menschenfeindliche Element (gemeint ist die Wüste; Anm. d. R.) zurück, um am eigenen Leib, oder vielmehr gegen ihn zu erfahren, was Im-Feuer-Sein, was Im-Geist-Sein, was Schon-dort-Sein bedeutet" (Peter Sloterdijk).

Dabei machten sie spirituelle Erfahrungen, die sie zu kompetenten Mystagogen (Führern in das Geheimnis) machten. Sie kamen sozusagen aus der Wirklichkeit und schickten ihre Anvertrauten dorthin, sie begleitend ein Stück weit, bis diese selbst mit offenen, leeren Händen das volle Leben zu ergreifen bereit waren ...

Geistliche Begleitung ist mehr als Bestärkung in der Bequemlichkeit, sie führt die Suchenden zum "habitare secum", zum Ganz-bei-sich-Sein oder auch "secum esse" genannt ... Meister Eckhart nannte dies so: "Nimm dich selbst wahr ... Sei du dein eigen und ich werde dein eigen sein." - Erst wenn der Mensch bei sich angekommen ist, ist er frei für das große Abenteuer "Leben".

Geistliche Begleitung setzt bei dem an, was ist. Der Monachus (Mönch) ist der gottgeeinte Mensch, der das Evangelium gründlich entdecken und leben möchte. Das ist kein Privileg der Männer und Frauen, die ins Kloster gehen. Geistliche Begleitung stärkt den Christen in seiner unverwechselbaren, einmaligen Berufung, die sein alltägliches Leben ist.

Der wertvollste Satz eines geistlichen Begleiters wird wohl sein: "Und jetzt vergiss alles, was ich dir gesagt habe und bau auf deine eigenen Erfahrungen!!!"

Christian Kuster

  • Tel.: 08031-59584
  • Kontakt: ckuster(at)gmx.eu
  • Termine n.V. (für Interessierte kostenlos ab 19.30 Uhr vor den Männerrundentreffen)

Zur Person:

  • Christian Kuster ist Ehemann und Vater
  • Theologiestudium in Salzburg, Jerusalem und Graz
  • Religionslehrer und Krisenpädagoge
  • Referent in der Erwachsenenbildung, vorwiegend Männerseelsorge
  • Buchautor
  • Lebensberater (Master NLP)

 

 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

 

 

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